Gratis Tipps ✨

Wer sieht, was du im Internet machst?

alltag datenschutz privatsphäre
Datenschutz im Internet

Viele haben das Gefühl, im Internet sei man allein unterwegs. Man sucht etwas, klickt sich durch Seiten und geht wieder raus. Alles wirkt privat und unsichtbar. Und trotzdem passiert danach oft etwas Überraschendes: Plötzlich erscheinen genau diese Produkte oder Themen als Werbung wieder.

Das ist kein Zufall. Im Internet wird nicht jede einzelne Person "überwacht", aber dein Verhalten wird sehr genau registriert und ausgewertet. Und genau hier entstehen viele Missverständnisse, besonders rund um das private Fenster im Browser, das nämlich gar nicht viel bringt.

 

Wie Webseiten dein Verhalten im Internet erkennen

Wenn du eine Webseite besuchst, passiert im Hintergrund mehr, als man denkt. Die Seite merkt sich nicht deinen Namen, aber sie erkennt dein Verhalten. Welche Seiten du anschaust, wie lange du bleibst und worauf du klickst. Solange du dich auf einer Seite nicht mit deinem Namen anmeldest, bleibst du eine Nummer.

Du kannst dir das vorstellen wie ein Geschäft, das zwar nicht weiss, wie du heisst, aber sehr genau beobachtet, welche Regale du anschaust und welche Produkte dich interessieren. Wie früher die Tante Emma. Aber wenn du dich einmal der Tante Emma im Geschäft vorstellst - das Entsprechende dazu im Internet ist, wenn du dich auf einer Seite anmeldest - dann kennt sie dich.

Auf einigen Seiten bist du normalerweise angemeldet, diese Sammeln dann oft persönliche Daten über dich. Das betrifft vor allem Online-News-Portale. Dort melden sich die meisten an, da sie ein Zeitungs-Abo haben und nur über die Anmeldung Zugang zu den Artikel haben. Oder auch die Sozialen Netzwerke.

Diese Informationen werden genutzt, um Inhalte und Werbung besser auf dich abzustimmen. Nicht im Sinne einer persönlichen Überwachung, sondern über Muster und Interessen.

 

Privates Fenster im Browser: Was es wirklich bringt

Das private Fenster im Safari, Firefox, Chrome etc. klingt nach Schutz und Anonymität. Viele gehen davon aus, dass sie damit unsichtbar im Internet unterwegs sind. Das stimmt so nicht.

Das private Fenster sorgt hauptsächlich dafür, dass dein eigener Computer weniger speichert. Dein Verlauf, deine Suchanfragen und gewisse Daten bleiben nicht auf dem Gerät. Das ist praktisch, wenn mehrere Personen denselben Computer benutzen. So sieht man nicht, was die andere Person auf diesem Computer angeschaut hat.

Im Internet selbst ändert sich jedoch wenig. Webseiten funktionieren ganz normal weiter, und viele Systeme, die dein Verhalten analysieren, arbeiten auch im privaten Modus. Privat bedeutet also nicht unsichtbar, sondern nur: dein Gerät merkt sich weniger. Der Schutz deiner Privatsphäre ist also sehr klein.

 

Wer kann sehen, was du im Internet machst

Wenn man es einfach herunterbricht, gibt es mehrere Stellen, die dein Verhalten wahrnehmen können.

Webseiten sehen, wie du dich dort bewegst. Werbenetzwerke versuchen aus deinem Verhalten Interessen abzuleiten. Dein Internetanbieter (Swisscom, Sunrise, etc.) kann technisch nachvollziehen, welche Seiten du aufrufst. Und viele Apps auf dem Handy sammeln ebenfalls Nutzungsdaten.

Es geht dabei nicht um einzelne Menschen, die dich beobachten, sondern um automatisierte Systeme, die Muster erkennen und daraus Profile erstellen. Die Profile werden hauptsächlich für Werbung verwendet. Denn: je mehr man über dich weiss, desto passendere Werbung kann dir gezeigt werden. Wenn verschiedene Leute die Zeitung online lesen, sehen sie möglicherweise unterschiedliche Werbung beim selben Artikel. Eben je nach ihren Präferenzen, die sich aus den vorher besuchten Seiten im Internet oder auf der Zeitungs-Seite ableiten lassen. In der Zeitung ist das nicht so: Da bekommt jeder dieselbe Werbung.

>>> Aktuell: Vorträge von Ralph in Basel, Bern und Zürich 👉🏼 hier Plätze sichern 

 

Was sind Cookies und warum spielen sie eine so grosse Rolle

Ein wichtiger Teil dieses Systems zur Erstellung von Profilen über dich sind sogenannte Cookies. Das sind kleine digitale Notizzettel, die von den besuchten Webseiten auf deinem Gerät gespeichert werden. Sie helfen zum Beispiel dabei, dass du eingeloggt bleibst oder dass sich eine Seite merkt, was du angeschaut hast.

Wie du dich vor Cookies schützen kannst, zeigen wir dir hier: Was sind Cookies eigentlich und wie kann ich sie löschen?

Wenn also das private Fenster nicht viel bringt, was kannst du tun, damit kein Werbeprofil von dir erstellt wird? Das bringt uns zu Google.

 

Was Google über dich weiss und wie du es beeinflussen kannst

Ein grosser Teil der personalisierten Werbung entsteht durch Dienste wie Google. Dabei wird aus deinem Verhalten ein Bild deiner Interessen erstellt, das dann für Werbung genutzt wird.

Viele sind überrascht, wie detailliert dieses Bild sein kann. Die gute Nachricht ist: Du kannst es beeinflussen. Du kannst sogar auf myaccount.google.com dein eigenes Google-Werbeprofil anschauen.

Hier findest du eine einfache Schritt für Schritt Anleitung, wie du sehen kannst, was Google über dich weiss und wie du die Einstellungen anpasst.

 

Alltagstipps für mehr Kontrolle im Internet

Ein erster wichtiger Schritt ist, zu verstehen, dass dein Verhalten im Internet nicht als einzelne Aktion gesehen wird, sondern als Muster über Zeit. Deshalb hier zwei Alltagstipps:

  1. Lösche ab und zu die Cookies auf deinem PC, Handy und Tablet
  2. Schaue, dass du die Einstellungen in deinem Google-Konto so anpasst, dass nicht zu viele Daten über dich gesammelt werden.

Solche kleinen Änderungen beeinflussen, wie stark dein Verhalten für Werbung genutzt wird.

Oft bekomme ich die Frage, ob das denn so schlimm ist, wenn Google oder andere Dienste Daten über dich sammeln. Das hängt auch von deinen Vorlieben ab: Wenn dir deine Privatsphäre sehr wichtig ist, dann beachte die Tipps und teile möglichst wenige deiner Daten mit diesen Diensten. Aber wenn du sagst: ist mir doch egal, wenn ich personalisierte Werbung sehe, dann ist das per se kein Problem.

Es gibt Menschen, die würden ihrem Umfeld nie erzählen, wenn sie an einer schweren Krankheit leiden. Und andere erzählen es praktisch jedem und jeder. Die Entscheidung liegt bei dir. So ist es auch bei deinen Daten im Internet. Wichtig ist das Bewusstsein, dass deine Daten gesammelt werden und dass du selber einstellen kannst, was z.B. Google alles über dich sammeln darf oder eben nicht.

Wenn du regelmässig solche praktische Tipps erhalten möchtest, melde dich gerne kostenlos zum Techtipp-Newsletter an: Jetzt hier anmelden.

 

Fazit: Du bist nicht unsichtbar, aber auch nicht ausgeliefert

Im Internet wirst du nicht als Person "beobachtet", aber dein Verhalten wird sehr genau analysiert. Daraus entstehen Muster, die für Werbung und Inhalte genutzt werden.

Das private Fenster schützt dabei nur begrenzt. Wirklicher Einfluss entsteht vor allem durch Verständnis und bewusste Einstellungen im Alltag, wie z.B. das Löschen von Cookies oder die Einstellungen, welche Daten Google über dich sammeln darf.

 

Häufige Fragen zur Privatsphäre im Internet

 

Bin ich im Internet anonym, wenn ich das private Fenster nutze?

Nein. Das private Fenster verhindert nur, dass dein Gerät den Verlauf speichert. Webseiten und viele Systeme können dein Verhalten trotzdem erkennen. Das private Fenster verhindert einfach, dass jemand mit Zugang zu deinem Handy oder Computer sehen kann, welche Seiten du besucht hast.

 

Wer sieht konkret, was ich im Internet mache?

Es sind keine einzelnen Menschen, die dich beobachten, sondern automatisierte Systeme. Webseiten, Werbenetzwerke, Apps und dein Internetanbieter können Daten erfassen. Die Mitarbeitenden dieser Firmen haben dann natürlich Zugriff auf die Daten. Das ist ähnlich wie beim Arzt: Die Mitarbeitenden der Praxis haben Zugriff auf die Krankengeschichte, sind aber mit einer Schweigepflicht belegt.

 

Was genau sind Cookies eigentlich?

Cookies sind kleine digitale Speicherdateien, die Webseiten nutzen, um sich Dinge zu merken. Sie sorgen dafür, dass Websites funktionieren und dich wieder erkennen.

 

Kann ich verhindern, dass ein Profil über mich erstellt wird?

Ganz verhindern lässt es sich im Alltag kaum. Du kannst es aber stark reduzieren, zum Beispiel über deine Google-Einstellungen und bewussteres Surfen. 

 

Warum sehe ich Werbung für Dinge, die ich nur einmal gesucht habe?

Weil schon einzelne Suchen, die du auf Google machst, Informationen zu deinen Interessen preisgeben. Diese werden gespeichert und können später für Werbung genutzt werden, auch wenn du das Thema selbst nicht mehr aktiv verfolgst.

 

Du findest die Techtipps hilfreich? 

Dann freuen wir uns auf einen freiwilligen Beitrag deiner Wahl.

Deine Unterstützung hilft uns, weiterhin hochwertige Inhalte zu erstellen. Du kannst uns mit Twint, Kreditkarte oder per Banküberweisung helfen.
IBAN: CH46 0029 3293 1157 1601 P

Herzlichen Dank ❤️

Freiwilliger Beitrag

Verpasse keinen Tipp mehr!

Schliesse dich über 10'000 Menschen in der Schweiz an und erhalte wertvolle Tipps, die deinen digitalen Alltag erleichtern.

Wir hassen SPAM Email. Wir werden deine Email niemals weitergeben.

Aktuelle Techtipps

Versehentlich gesendete WhatsApp Nachricht löschen

Brauche ich ein Virenprogramm am Handy?

Weniger störende Werbung am Handy

Wer steckt hinter Techtipp?

Hallo, ich bin Ralph.

Ich habe Techtipp 2023 ins Leben gerufen. Mein Traum ist es, Menschen in der Schweiz digital sattelfest zu machen.

Dabei setze ich auf unterhaltsame und leicht verständliche Inhalte, die dir den Alltag erleichtern.

Mehr über Ralph